The Rhinoceros in the Room
Ein Märchen von Banalität und Bösem
Für sein riesiges Nashorn wurde Itamar Gov von der Kunst- und Literaturgeschichte inspiriert. Zu dem überdimensionalen luftgefüllten Tier gehört auch eine Klanginstallation, die kindlich und beängstigend zugleich ist. Der Untertitel der Schau "Ein Märchen von Banalität und Bösem" ist der Philosophin Hannah Arendt entlehnt.
In Magdeburg und Halle hat es schon Furore gemacht, das überdimensionierte Nashorn, das ein ganzes Kirchenschiff einnimmt. Das ist spektakulär als außergewöhnliches Fotomotiv, aber auch durch den politischen Hintersinn. Aufgeblasen wie ein Heißluftballon, füllt das neun Meter hohe, sieben Meter breite und 16 Meter lange Tier fast den gesamten Raum – wirkt dabei niedlich und angsteinflößend gleichermaßen.
Zusammen mit der dazugehörigen Klanginstallation sei das eine ambivalente Gemengelage, sagt Annegret Laabs.
Nicht ohne Grund geht das Nashorn auf Tour durch Sachsen-Anhalt, erklärt Laabs. "Rhinocerisieren heißt im Hebräischen, sich totalitärem Gedankengut zu nähern, Meinungen unhinterfragt aufzunehmen und weiterzuverbreiten." Mit Blick auf die anstehenden Landtagswahlen solle das Nashorn deshalb dazu einladen, sich über aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen auszutauschen.








