Goseck - Weißenfels - Goseck

EIne Radtour durch den Frühling in die Jungsteinzeit

Heute soll es wieder an die Saale gehen. Als Tourziel haben wir Goseck auserkoren, u.a. weil dort im Schloßinnenhof trotz Corona eine Außengastronomie geboten werden konnte.
Doch zuvor wollen wir Leistung zeigen und radelten durch die dortige Saaleaue zunächst nach Leißling und weiter dem Fluß folgend immer leicht bergab bis zur ehemaligen Residenzstadt Weißenfels. Dort konnten wir die Saale queren und am anderen Saaleufer wieder zurück gen Goseck fahren. Blühende, abwechslungsreiche Landschaft machten das Radeln zum Vergnügen. Die Steigung von 20% zurück auf Schloß Goseck zwang uns dann aber doch abzusteigen.
Nach einem Imbiss ging es dann zum eigentlichen Ziel des Ausflugs: Das Sonnenobervatorium.

Die während des Mittelneolithikums vor etwa 6900 Jahren errichtete Anlage wird der Kultur der Stichbandkeramik zugeordnet und wurde 1991 bei einem Erkundungsflug wegen ringförmiger Bodenverfärbungen entdeckt. Zwischen 2002 und 2004 wurde sie vollständig ausgegraben. Dabei wurden in drei Erdgruben Menschenknochen gefunden. Sie waren sorgfältig bearbeitet worden, das Fleisch von den Knochen abgeschabt. Das könnte für Menschenopfer sprechen – oder für spezielle Begräbnisrituale. 2005 wurde die Anlage am Originalschauplatz wissenschaftlich rekonstruiert.
Die Kreisgrabenanlage von Goseck wurde von einigen Archäologen als das älteste Sonnenobservatorium der Welt bezeichnet. Die beiden südlichen Tore und Zugangswege waren mit einer Genauigkeit von drei bis vier Tagen auf den Sonnenauf- und Untergang zur Wintersonnenwende um 4800 v. Chr. ausgerichtet.

Die Anlage ist zusammen mit dem Fundort der Himmelsscheibe von Nebra, dem Großsteingrab Langeneichstädt, der Kreisgrabenanlage von Pömmelte und dem Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle eine Station auf der touristischen Straße "Himmelswege" - die wir vielleicht auch mal ansteuern werden.
In diesen Zusammenhang passt auch der Hinweis auf die neue Ausstellung im Landesmuseum für Vorgeschichte.