Stadt aus Eisen - Ferropolis

Eiserne Dinosaurier in einer wiederbelebten Landschaft

Wer hat schon mal den Namen Ferropolis gehört? Wer kann zwischen den Begriffen Gemini, Medusa Mosquito, Big Wheel und Mad Max einen Zusammenhang herstellen?
War man bereits etwas in Sachsen-Anhalt unterwegs war, kennt man die alten Tagebaulandschaften - jahrzehntelang ein Ort entfesselter Industriekräfte und Umweltsünden. So auch der Tagebau Golpa-Nord bei Gräfenhainischen.
1957 begannen die Vorarbeiten, sieben Jahre später begann man mit der Braunkohleförderung. Der Abbau erreichte mit 20 Tagebauen und dem Abbau von 100 Millionen Tonnen Kohle gigantische Ausmaße. Im Ergebnis verblieben tiefe Löcher in der Landschaft, welche wieder kultiviert werden sollte.
Das Bauhaus Dessau lieferte 1991 die Idee eines Themenparks mit Veranstaltungsarena für 25.000 Menschen. Am 14. Dezember 1995 wurde "FERROPOLIS - Die Stadt aus Eisen“ gegründet. Im Jahr 2000 begann man mit der Flutung des Tagebaurestlochs mit Grundwasser und Wasser aus der 12 km entfernten Mulde. Der Pegel wird bei 76,6 Metern gehalten, es geht beim Baden also steil ins tiefe Wasser!
Vor der beeindruckenden Kulisse mit den riesigen Baggermaschinen, die tatsächlich wie riesige Dinosaurier wirken, traten u.a. Deep Purple, Jethro Tull, Metallica, Grönemeyer oder die Pet Shop Boys auf.

Wir wollten uns bei einer Radtour zunächst durch Umrundung des Gremminer Sees mit der rekultivierten Landschaft vertraut machen. Unterwegs statteten wir der Paul-Gerhardt-Stadt Gräfenhainichen und dem Italiener am Rathaus im historischen Stadkern einen Besuch ab, um uns anschließend den eisernen Kolossen zu nähern.

Man kann übrigens auch unter den Baggern campen und von dort an einem Sandstrand baden gehen. Kurz: Ein Ausflug dorthin lohnt sich in vielfacher Hinsicht. ferropolis.de