Neustädter Seen Tour

Die Seen rund um Ha-Neu


Liebe Fotofreunde!

Die Vorhersage für das Wetter am ersten Wochenende im Juni war leider nicht im Sinne unserer geplanten Radtour. Weil der Samstag als der Tag mit dem besseren Wetter angekündigt wurde, wählten wir schließlich diesen für unseren Ausflug nach Halle-Neustadt. Auf dieser Themen-Tour wollten wir alle Seen um Halle-Neustadt per Rad anfahren.
Treffpunkt Villa Frosch war der Ausgangspunkt und von da aus ging es über die Talstraße entlang der Wilden Saale zur Schwanenbrücke. Entlang des Saugrabens wurde vor Jahren im Zuge der Bebauung von Heide-Nord das Gelände mit verschiedenen Stein, Stahl und Betonelementen gestaltet.
Übrigens existiert für den Heidesee eine künstliche Wasserhaltung, die in eben diesen Saugraben mündet.
Zwei kleine Teiche in unmittelbarer Nähe von Halle Neustadt boten die weitere Fotomotive. Nicht weit davon befindet sich dann der Bruchsee, wo wir früher gelegentlich zum Baden waren. Von dort aus gesehen, könnte man meinen, dass in auf der Wiese neben dem Bruchsee in Halle-Neustadt etwas gelandet sein könnte: Unvermittelt ragen die elf Geschosse vor einem auf. Links und recht davon erkennt man zwei monumentalen Wandgemälden:

  • "Die vom Menschen beherrschten Kräfte von Natur und Technik"
    Tritt man näher heran, erkennt man die einzelnen Fliesen, aus denen die Bilder zusammengesetzt sind. Sie enstanden von 1971-1974 und sind 37 m hoch. Josep Renau führte ein bewegtes Leben als spanischer Maler und Grafiker, der auch die Fotomontagetechnik nutzte, um seinen Werken Ausdruck zu verleihen. Für beinahe zwanzig Jahre lebte der erklärte Kommunist auf Einladung der Regierung in der DDR und schuf in dieser Zeit mehrere Wandbilder, von denen drei in Halle entstanden.

Neben demjenigen in Neustadt existiert heute noch ein weiteres am Haus des ehemaligen "VEB Energieversorgung" an der Magdeburger Straße. Es feiert die seinerzeit als eine Zukunftstechnik geltende Kernengergie - im Zentrum der Darstellung findet sich dann auch ein Atomkraftwerk, auf das alle Bewegungen des Wandbildes ausgerichtet sind.
Renaus drittes Monumentalwerk in Halle, der "Marsch der Jugend in die Zukunft", wurde beim Abriss der Klub-Mensa in Neustadt zerstört.

Weiter ging es Richtung Westen durch Nietleben zum Heidesee. Der Heidesee kann als Zentrum des ehemaligen Grubenfeldes bei Nietleben bezeichnet werden. Seit dem 18. Jahrhundert wurde hier zunächst im Tagebau, später im Untertagebau Braunkohle gewonnen. Durch den Grundwasseranstieg bzw. die Flutung des Tagebaurestlochs bei Schließung der Grube entstand der Heidesee. Er ist ca. 800 m lang, bis zu 300 m breit und hat eine Wasserfläche von ca. 12,5 ha. Hier befindet sich auch ein Freibad.

Auf der Weiterfahrt kamen wir auch durch Granau. Wir hatten an diesem Tag keine Gelegenheit zum Baden sondern fuhren direkt weiter in Richtung Zscherben.


Die Siedlung Granau wurde im Dreißigjährigen Krieg von schwedischen Truppen vollkommen zerstört. Während die Siedlung selbst eine Wüstung blieb, wurde die Pfarrkirche 1654 wiederaufgebaut und von der benachbarten Gemeinde Nietleben weiter genutzt. Die Kirche „war ein einfacher barocker Saal mit 1692 angefügtem Chorturm und großen Segmentbogenfenstern“. Ungewöhnlich war, dass der Altar der Kirche im Westen stand und sie keinen Taufstein besaß. Als 1886 die neuerrichtete evangelische Kirche in Nietleben fertiggestellt war, wurde die Kirche aufgegeben. Ein Teil der Kirchenbänke aus Granau wurde in die neue Kirche überführt. Die Granauer Kirche wurde nicht abgetragen und verfiel.

Vom die Kirche umgebenden Friedhof fuhren wir weiter, querten die B 80 ...

Neues StVO Vorschriftszeichen

... und kamen zum Südpark von Halle-Neustadt, wo sich der Neustäder Friedhof befindet:
Gleich neben diem Friedhof führt ein sehr schmaler Pfad durch einen dichten Wald zum Friedhofsteich. Er entstand in dem Tagebaurestloch der stillgelegten pfännerschaftlichen Braunkohlegrube „Alt-Zscherben“ deren Kohle (ab 1876 mit der Pfännerschaftlichen Kohlebahn) hauptsächlich an die halleschen Salinen geliefert wurde. Der Abbaubetrieb dauerte mindestens bis Juli 1944, möglicherweise auch noch etwas über das Ende des Zweiten Weltkrieges hinaus.
Der Teich hat eine Wasserfläche von 5,3 ha und eine maximale Tiefe von 20 m. Er ist seit 1979 als Flächennaturdenkmal unter Schutz gestellt.

Auf dem Rückweg durch den Wald auf einem sehr schmalen Pfad hatte Conny leider noch eine kleine Panne an ihrem Fahhrad, der glücklicherweise auch ohne Werkzeug behoben werden konnte. Inzwischen trübte sich allerdings der Himmel ein und wir beeilten uns, zügig zum nächsten Gewässer zu gelangen. Am Steinbruchsee waren nur ein paar Angler, die bereits ihre Zelte aufgestellt hatten und gleich fielen auch schon die ersten Tropfen...
Die Angersdorfer Teiche konnten wir leider nur aus der Distanz betrachten und nicht fotografieren, beide Teiche sind eingezäunt bzw. dienen als Freibad mit Eintritt.
Nun ging es wieder Richtung Halle-Neustadt durch das Gewerbegebiet West. Stärkerer Regen setzte ein und wir suchten Zuflucht zunächst unter Bäumen. Als der Regen wieder etwas nachließ, ging es durch die Neustadt an vielen 6-Geschossernen vorbei nach Passendorf zum Kirchteich. Hier regnete es dann schon richtig heftig und wir beschlossen, den letzten Teil der geplanten Strecke (Kanal) bei besserem Wetter abzuradeln. Zu Hause angekommen, schien allerdings wieder die Sonne...

Und hier sieht man noch die von uns zurückgelegte Strecke:

Das ist Tour im Überblick

Quellenangabe für Textauszüge: Wikipedia