Am 8. September in Halle

Tag des offenen Denkmals mit Steintor-Varieté und Peißnitzhaus sowie Fontänefest

Am 8. September fand 2024 wieder der Tag des offenen Denkmals statt. Wir haben die Gelegenheit genutzt, um zunächst das Steintor-Varieté und am Nachmittag das Peißnitzhaus zu besichtigen. Und am Abend statten wir auch dem Fontainefest einen Besuch ab.


Am Tag des offenen Denkmals führte uns Rudenz Schramm persönlich durch das Haus, was er 40 Jahre leitete - so lang wie kein anderer das Steintorvarieté:
Am Steintorplatz lag gegen Ende des 19. Jahrhunderts die Reithalle des Pferdehändlers Lözius, die im Mai 1868 eröffnet wurde und zirzensische Attraktionen bot. Zwischen 1884 und 1886 diente sie schon einmal als Interimsstadttheater, ehe sie schließlich ihren Betrieb als das „Walhalla-Varieté“ aufnahm.
Nach der Jahrhundertwende nahm das „Walhalla“ Operetteninszenierungen in seinen Spielplan auf. Im Jahre 1914 war man wieder zum Varieté, der ursprünglichen Bestimmung der Bühne an der Steinstraße, zurückgekehrt.
Nach dem Ersten Weltkrieg wandelte man sich von der traditionsreichen Varieté-Bühne zu einem ständigen Operettentheater. In den 20er Jahren wurde das „Walhalla- Theater“ dann zum Kino und zur Ringkampfarena umfunktioniert. Erst 1925 wurden wieder echte Varieté- Darbietungen aufgeführt.
Während des Zweiten Weltkrieges war das Varieté geschlossen. Nach 1945 wurden im in „Steintor-Varieté“ umbenannten Theater wieder Revue- und Varietéprogramme gezeigt
Seit November 1996 wird das Steintor-Varieté wieder privat geführt. Durch die damit verbundenen Restaurierungen und Rekonstruktionen wurde die ursprüngliche Gestaltung von 1889 weitestgehend wiederhergestellt. Diese Arbeiten betrafen den Innenraum, den großen Saal, das Parkett und die Stuckverkleidungen des Bühnenproszeniums. Im Jahr 2013 wurde die Fassade umfangreich saniert, in Anlehnung an die wahrscheinliche Erscheinung des „Walhalla“ in den 1920er Jahren. Das Varieté hat derzeit knapp 1200 Zuschauerplätze.
Das Steintor-Varieté in Halle (Saale) ist eines der ältesten Varietétheater Deutschlands und kann seit 1889 auf einen über 130-jährigen kontinuierlichen Spielbetrieb verweisen, es gilt als das „wahrscheinlich älteste Varieté-Theater der Welt“.
Unter dem tausendfachen Sternenhimmel am dunkelblauen Deckengewölbe hat man die Wahl, im Parkett zu sitzen oder im 1. Rang in Sitzreihen bzw. im 2. Rang an Tischen platziert zu werden.


Um die Jahrhundertwende entstanden in Giebichenstein, in Kröllwitz und in der Dölauer Heide neben dem Peißnitzhaus eine Reihe großer Ausflugsgaststätten.
1934 erfuhr das ehemalige Restaurationsgebäude eine Umgestaltung, um für die hallesche Hitlerjugend ein „eigenes Heim“ zu schaffen.
Den Zweiten Weltkrieg überstand das einstige Gesellschaftshaus ohne größere Schäden.
Im Dezember 1945 wurde das Gebäude zu einer Internatsschule umfunktioniert. Am 1. Juni 1950 wurde das Haus samt Park von der sowjetischen Armee an die Pionierorganisation als erstes Bezirkspionierhaus der gerade gegründeten DDR übergeben.
Im Sommer 1989 wurde das Pionierhaus wegen einer umfangreichen Komplettsanierung geschlossen. Das Ziel war die Wiedereröffnung zum 100. Geburtstages des Hauses im Jahr 1993.
Seit 1994 versuchte die Stadt, das immer mehr zerstörte Haus an potentielle Käufer abzugeben, unter anderem an den Schlagersänger Drafi Deutscher.
Seit 2003 bemüht sich der Verein Peißnitzhaus e.V. um die Wiederbelebung der Villa auf der Peißnitz. 2010 bekam der Verein das Nutzungsrecht für mindestens 20 Jahre und begann mit der Sanierung des Hauses.


Die Fontäne auf Halles Ziegelwiese ging vor über fünfzig Jahren in Betrieb – als Geschenk der Pumpenwerke an die Stadt Halle. Dank des Engagements Hallescher Bürger, Firmen und Vereine wurde sie 2008 saniert. Mit bis zu 80 Meter Maximalhöhe ist sie eine der höchsten in Europa. Am Abend erlebten wir:
- ein Dinner-Konzert: Antje Frenck Quartett
- das Konzert mit dem Fest-Orchester Fontana vor illuminierter Fontäne
Der bewährt gediegene Höhepunkt des Festes zum farbenfroh beleuchteten Wasserspiel!